Kleine Käfer lassen etwas explodieren, es knallt und stinkt . . . das ist Chemie !

Veröffentlicht: 14. Februar 2011 in das fand ich auch noch lustig . . .

es hat die Menschheit immer schon fasziniert, was sich die Biologie so alles ausgedacht hat damit sich die ein Art von Tieren gegen seine Angreifer verteidigen kann.  Er heißt Bombardier Käfer (die Bedienung von Steine verschießende Wurfgeschütze bezeichnete man als Bombardiere), und macht im Fachbereich „komplexe Biologie“ auf sich aufmerksam. Der Käfer verteidigt sich gegen seine Feinde indem er sie mit einem 100 Grad heißem Gasgemisch aus zwei Röhren in seinem Hinterteil besprüht. Das vermischt er mit einem Explosionsknall der seine Gegner entweder zu Tode erschreckt oder sie flüchten schnell vor diesem Knaller. Sich gegen seine Gegnern zu verteidigen ist eigentlich nichts besonderes – chemische Gemische in seinem Körper herzustellen, diese zur Explosion zu bringen und seinem Feind bis zu 20 Zentimeter weit ins Gesicht zu sprühen, dass verdient es genauer betrachtet zu werden.

Sieht der kleine Käfer (1,5cm lang) das er bedroht wird und sich verteidigen muss geschieht Seltsames in dem kleinen Tier. Zuerst lagert er Hydrochinon (etwas kompliziert zu erklären, wenn es nicht zu kompliziert werden soll) und Wasserstoffperoxid (allem Bombenbastlern und Barbie-Blondienen bekannt) in der Sammelblase ein. Sieht er Gefahr auf sich zukommen (ein Frosch, Ameisen oder ein Vogel) leitet er die Chemikalien in seine Explosionskammer. Dort fügt er noch zwei Enzyme hinzu um die Reaktion zu beschleunigen. Es wird so warm das das Wasser verdampft und es entsteht ein hoher Druck. Der entlädt sich mit einem Knall und es schießt eine ätzendes, bis zu 100 Grad heißes, übelriechendes Gasgemisch aus dem Hinterteil des Käfers heraus.

Mit freundlichen Grüßen an die Augen, die Nase und das Maul des Gegners.

in action . . .

 

Die Käfer können diesen Vorgang mehrmals wiederholen weil sie nicht ihr ganzes „Pulver auf einmal verschießen“. Mit zwei Reflektoren an jeder Seite der Spritzdüsen können sie sogar um die Ecke schießen. Dabei kam es oft zu Missverständnissen was die Waffenstärke der Käfer betraf :

Und kommen wir jetzt zu dem Punkt an dem der Mensch an seine Grenzen kommt :  Raketen sind sehr komplexe technische Entwicklungen, die sofort auseinanderfliegen wenn nur ein Teil nicht richtig ist. Wie viele Bombardier Käfer mussten sich der Evolution opfern, bis das sie technisch so ausgereift sind wie sie heute durch Europa krabbeln ? Der schwarze Bombardierkäfer lebt auch in Oberbayern, der große Bombardier Käfer hat es gerne trocken mit kalkigem Boden wie in Heidegebieten oder in Weinbergen. Und was macht der Mensch mit dem Wissen um den Bombardierkäfer ? Vielleicht saß dieser kleine Käfer bei Wernher von Braun auf dem Schreibtisch als er über Flüssigkeitsraketen nachdachte. Wer Ihm geflüstert hat das er bei den Apollo Raketen besser Sauerstoff und Hydrazine Flüssigkeiten benutzt ist nicht überliefert.

 

Engländer bauen die Funktionsweise technisch nach, Schweden lizensieren sich das Ganze und bauen industrielle Sprühvorkehrungen und an einen Einsatz bei der Verabreichung von medikamentösen Aerosolen (Aerosol = flüssig und feste Teile enthaltend) ist auch gedacht. Für während des Fluges ausgefallene Flugzeugtriebwerke sollen in Not Start System nach Bombardierkäfer-Art entwickelt werden mit dem man die Motoren wieder zum Laufen bringen will.

Und hier das Ganze mal in Farbe :

http://www.brainblog.to/item/2010/11/bombardierkaefer-in-aktion?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+brainblog_to+%28brainblog%29

http://flimkien.com/test_youtube/viewPib9qT-pccI&feature=youtube_gdata_player.html


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