Ja geht`s denn . . . . ohne Atomstrom ?

Veröffentlicht: 6. April 2011 in fürchterlich aktuell

In den letzten Wochen habe ich mich damit beschäftigt Informationen zum Thema Kernkraft zu sammeln. Danach ist mir ganz schwindelig geworden und ich weiß gar nicht mehr wo oben und unten ist. Man sollte immer im Auge behalten von wem die Information stammt , wann sie veröffentlicht wird und mit welcher Motivation die Veröffentlichung gemacht wurde.  Sammeln wir ein paar Daten zu den 17 deutschen Atomkraftwerken : das älteste ist 37 Jahre alt, das „neuste“ 23 Jahre. Brunsbüttel hat durchschnittlich 13,2 „meldepflichtige Störfälle“ pro Betriebsjahr. Neckarwestheim 2 hat durchschnittlich 3,48 Störfälle pro Betriebsjahr. Störfälle sind : Unfälle, Störfälle oder sonstige für die kerntechnische Sicherheit bedeutsame Ereignisse. Gemeldet wurden insgesamt 4.315 Störfälle in 37 Jahren Atomkraft, wobei die Entscheidung ob der Vorfall meldepflichtig ist dem Kraftwerksbetreiber überlassen ist. (siehe Atomgesetz) http://www.bfs.de/de/kerntechnik/ereignisse/berichte_meldepflichtige_ereignisse/jahresberichte.html . Das waren alles keine Katastrophen die Mensch und Natur gefährden, aber die Menge macht schon Angst, oder ?

Deutschland hatte 2010 einen Jahresverbrauch von 621 Mrd. Kwh Strom – davon kamen 140 Mrd. kWh aus Atomstrom also 22,4%. Jetzt schalten wir mal die 7 ältesten Kernkraftwerke mit der geringsten erzeugten Elektrizitätsmenge einfach ab – Im Januar 2010 haben alle Kernkraftwerke zusammen ca. 13 Mrd. Kwh Elektrizität produziert http://www.bfs.de/de/kerntechnik/Strommenge_0111.pdf Die jetzt vom Netz genommenen Kernkraftwerke haben zusammen nur 40% dieser Menge erzeugt, wobei Krümmel und Brunsbüttel vorher schon abgeschaltet waren. Das beantwortet vielleicht die Frage warum jetzt nicht das Licht ausgeht.

Interessant ist auch die „mittlere Verfügbarkeit“ http://www.iaea.org/programmes/a2/ Zum Beispiel ist Brunsbüttel nur zu 59,7% für die Stromproduktion verfügbar. Die neueren Atomkraftwerke haben einen Wert von 90%. Das bedeutet die Restmenge Atomstrom lässt sich (wegen der besseren Verfügbarkeit) wirtschaftlicher (mit höheren Gewinn, da besser ausgelastet) produzieren.Aus den Daten der IAEA geht auch hervor, dass ein Werk wie Brockdorf 1976 geplant wurde um 1986 (also 10 Jahre später) ans Netz zu gehen. Sicherheitseinrichtungen lassen sich nachrüsten und verbessern, aber ein komplettes Sicherheitsdesign steht zu Beginn einer Planung fest. Obwohl Brockdorf noch eins der neueren Atomkraftwerke „nur“ 8,4 Störfälle pro Jahr hat und zu 87% verfügbar ist. Aber fühlt man sich da sicher ?

Je nachdem von welcher Seite die Informationen stammen hört man : die verbrauchte Strommenge ist gestiegen, dass Abschalten der Atomkraftwerke müssten wir mit Stromausfällen bezahlen, oder mit dem Import „gefährlichen“ Atomstromes aus Ungarn. Im Winter wird 10 bis 15% mehr Energie für Heizung, Licht und warmes Wasser verbraucht als im Sommer. Die Zahlen mit der „höheren“ verbrauchten Strommenge stammen noch aus der kalten dunklen Zeit des Jahres – im Sommer sieht das anders aus ! Im Jahr 2009 wurden 40,5 Mrd. kWh importiert – 54,8 Mrd. kWh exportiert also 14,3 Mrd. kWh mehr verkauft als eingekauft http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_Brutto-Stromerzeugung_2007_nach_Energietraegern_in_Deutschland dabei wurden 2008 der Strom aus Frankreich (25%) , Dänemark (22%) und Tschechien (19%) importiert. Wenn man den Kraftwerksbetreiber von Temelin http://www.cez.cz/de/home.html dazu bringen kann, das Geld was wir für seinen Strom bezahlen in die Sicherheit seines Kraftwerkes http://www.cez.cz/de/kraftwerke-und-umwelt/kernkraftwerke.html zu investieren ist doch Allen geholfen. Und wenn wir den Tschechen dann noch die deutsche Kraftwerkstechnik verkaufen können, dann schließt sich der Kreis

Großes Potential bietet auch die Einsparung von Energie. Spitzenlasten im Stromverbrauch sind von 6.00 bis 9.00 Uhr und von 17.00 bis 22.00 Uhr. Warum verbietet man energieintensiven Betrieben nicht den Verbrauch in diesem Zeitraum. Den Stromverbrauch auf die Zeiten außerhalb der Spitzenlast zu verschieben dürfte doch möglich sein, die Produktion ist auf 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche ausgelegt, das kann doch nicht so schwer sein, oder ? Dafür könnte der Strom ja billiger werden und der Verbrauch würde gleichmäßiger.

Es hat sich sogar schon jemand die Mühe gemacht und die 80 km Evakuierungsradien in eine Deutschlandkarte eingezeichnet :http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Fiktive_Evakuierungsradien_von_ja_80km_um_aktive_deutsche_Kernkraftwerke.jpg&filetimestamp=20110326144038

Und wer jetzt noch die aktuellen Daten vom Bundesamt für Strahlenschutz braucht http://odlinfo.bfs.de/ um zu entscheiden ob er die http://www.ble.de/nn_467964/DE/03__Vorsorge/01__Ernaehrungsvorsorge/05__Notfallreserve/Notfallreserve__Inhalt.html in Anspruch nehmen möchte, oder doch erstmal die hier fragen will : http://www.bbk.bund.de/cln_028/DE/00__Home/homepage__node.html__nnn=true Wer etwas zur Beruhigung braucht könnte dann hier vorbeischauen : http://www.eon-kernkraft.com/pages/ekk_de/index.htm und http://www.rwe.com/web/cms/de/17238/rwe-power-ag/standorte/kernkraftwerke/ außerdem  http://www.vattenfall.de/de/kernkraft-bei-vattenfall.htm und die haben wir ja auch noch  http://www.enbw.com/content/de/der_konzern/enbw_gesellschaften/enbw_kernkraft/index.jsp

Suchst du dann doch lieber in die andere Richtung dann nimm das :http://www.dena.de/ und schau dir das an : http://www.oeko.de/aktuelles/dok/544.php und vielleicht dieses http://www.bmu.de/allgemein/aktuell/160.php auch interessant : http://www.kraftwerkforschung.info/ und nicht zu vergessen http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atomkraftwerke/

und wer ein bischen Zeit hat sich dieses große Dokument herunterzuladen wird mit guten Informationen versorgt : http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Produzierendes_20Gewerbe/EnergieWasserversorgung/EnergieBlick.psml

tja, und was machen wir jetzt ? Der Windstrom kommt nicht bis nach Bayern und die Wasserkraft nicht an die Nordsee. Wir haben kein Problem mit der Produktion regenerativer Energie sondern mit dem Transport und der Verteilung. Speicherkapazitäten gibt es kaum. Viele Baustellen – na dann mal an die Arbeit ! hab ich einen Aspekt vergessen, irgendetwas übersehen ? Dann meldet Euch !

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