Archiv für die Kategorie ‘aus der Geschichte der Menschheit’

Carl / Karl Benz ? !

Es war am Freitag dem 29.Januar 1886 als ein 42jähriger Maschinenbau Ingenieur die Tür zum Patentamt in Berlin öffnete und hineinging. Unter dem Arm trug er seine Patentschrift für ein „Fahrzeug mit Gasmotorantrieb – für den Betrieb leichter Fuhrwerke oder Schiffe, aber auch zum Transport von 1 bis 4 Personen“ Sein Patent erhielt die Nummer 37435 – seine Name war Carl Benz. Als Kaiser Wilhelm II davon hörte, soll er gesagt haben :“ Ich halte das Automobil für eine vorübergehende Erscheinung. Ich setzte auf das Pferd“ – und schwupps war Ihm ein Platz im Museum für die größten Fehleinschätzungen der Menschheitsgeschichte sicher. Carl Benz starb mit 84 Jahren im Jahre 1929 , er ist in Ladenburg (zwischen Mannheim und Heidelberg) begraben.

Der Daimler kommt

Ein gewisser Daimler tat sich mit Ihm zusammen und 1926 nannten Sie Ihre Firma Daimler-Benz AG. Der Name steht heute für 47,18 Mrd. € Umsatz in 2009 und (34,35 Mrd.€ PKW – 12,83Mrd.€ LKW) ca. 148.000 Menschen schaffen beim Daimler. 125 Jahre Automobil – wer kann schon an diesen Feierlichkeiten vorbeigehen, wer kann die Augen und Ohren so fest verschließen, das er nichts davon mitbekommt ? Einer dieser Hochglanzprospekte fiel mir die Tage in die Händen in denen Daimler Benz sich selber feiert mit 300SL, der S-Klasse und dem 190E. Man kennt die heutige Form der Automobilwerbung wo unten im Kleingedruckten die Verbrauchs und CO 2 Werte stehen. Eigentlich schaut man nur noch bei Porsche Carrera (10,3Liter/100km mit 345PS und einen Co2 Ausstoß von 242g/km) und der seligen Dodge Viper (21,2Liter/100km mit 612PS und 489g C02/km) genau hin damit man stirnrunzelnd Kopfschütteln kann, wie unvernünftig die doch sind. Da fiel meine Blick auf eine Anzeige mit einem Mercedes Benz B-Klasse F-Cell und im Kleingedruckten sah ich kryptische, geheimnisvolle Werte wie z.B. 1,01/0,94/0,97 kg H2/100km und dann noch CO2 Emission kombiniert: 0,0g/km. Ich dachte daran wiedermal zum Augenarzt zu gehen, aber auch beim zweiten Mal lesen standen die komischen Zahlen immer noch dort.

wie jetzt, Brennstoffzelle ?

3 Jahre ist es her, da stellte Mercedes Benz eine fahrfertige B-Klasse auf die IAA die sich Ihren eigenen Strom mittels einer Brennstoffzelle erzeugte. In weiser Voraussicht hatte sich Daimler Benz schon vor langer Zeit an der Firma Ballard in Kanada beteiligt, die schon seid 1983 Brennstoffzellen herstellt http://www.ballard.com/ . Getankt wurde gasförmiger Wasserstoff , der mit 700bar Druck im Fahrzeug transportiert wird. Diese Brennstoffzellen wandeln chemische Reaktionsenergie zwischen Wasserstoff und Sauerstoff in elektrische Energie um. Als Speicher dient ein Lithium Ionen Akku. Der Strom kann über einen Radnabenmotor direkt in Antrieb umgewandelt werden, ohne den mechanischen Verlust von Getrieben und Differenzialen. Kombiniert mit einer Bremskraftrückgewinnung (tested by Formel 1 – KERS) ist das eine schicke Sache. Als „Abgas“ gibt es einen kleinen 55 Grad heißen Tropfen Wasser oder auch mal ein kleines Wölkchen.

die Zukunft: Brötchen, Bild Zeitung und ein Kilo Wasserstoff

Was ist der Haken an der Geschichte ? Wasserstofferzeugung ist sehr energieintensiv (dann nehmt die Energie doch aus regenerativen Energiequellen). Das Tankstellennetz müsste mit viel Geld umgebaut werden (hat man bei den Gas Fahrzeugen auch gesagt und heute gibt es 6000 Gas Tankstellen in ganz Deutschland) Der Wasserstoff könnte explodieren (ich habe Vertrauen in die Tankbauer das sie das hinbekommen, wessen Tank 700bar Druck aushält dem fliegt er nicht bei einem Parkhausbumms um die Ohren) Über die Versorgung der Menschheit mit Wasserstoff macht sich die Linde AG schon genug Gedanken, keine Angst.  http://www.linde-gas.de/international/web/lg/de/like35lgde.nsf/docbyalias/wasserstoff_warum  Aber was kann er denn, der kleine Wasserstoff Benz ?

Mercedes-Benz B-Klasse F-Cell

Er hat eine Reichweite von 400km (nicht viel, aber man ist ja noch am Anfang), die Brennstoffzellen leisten 80kW (109 PS) – ganz ordentlich  Der Elektromotor gibt eine Leistung von 136PS ab (da würde Berta Benz aber der Hut wegfliegen)  Die Kiste wiegt 1.800kg und kann 3,8kg Wasserstoff tanken.  . . . und er macht gerade eine Weltreise . . http://fcellworlddrive.posterous.com/

Wenn man dem Daimler immer unterstellt, er habe die Abfahrt in ein neues Zeitalter etwas verpasst muss man heute etwas den Hut ziehen. Wenn man sieht wer alles auf den Zug mit aufspringt http://www.cleanenergypartnership.de/ . . . . dann kann das so exotisch nicht sein. Aber am besten gefällt mir dieses „leichte“ Understatement. Andere Hersteller hätten die „ich bin doch nicht blöd geiz ist geil“ Trompete ausgepackt und uns die Ohren vollgebrüllt – und was macht Mercedes Benz ? Schreibt es still und heimlich ins Kleingedruckte.

Im gleichen Jahr allerdings am 8.Mai mischt eine amerikanischer Apotheker namens Pemberton eine Sirup den er mit kohlensäurehaltigem Wasser mischt. Er nennt es Coca-Cola und verkauft immerhin 13 Gläser davon – aber das ist eine andere Geschichte . . .

Advertisements

Eigentlich sollte dieser Text sich mit Jolly Roger beschäftigen, der typischen Piratenfahne mit dem weißem Schädel und gekreuzten Knochen (skull and crossbones) auf schwarzem Grund. Die Fahne am Mast gehisst sollte dem Gegner signalisieren „Hey, hier kommen Outlaws die keine Regeln kennen, sich an kein Gesetz halten und niemals Rücksicht nehmen. Werden Piraten gefangen genommen werden sie eh gehängt, also warum sollen wir irgendeinen Gegner am Leben lassen ? Das soll den Gegner vor lauter Angst zur Aufgabe zwingen. 1829 wurde Skull and Crossbones das offiziell Zeichen für Gift und als unicode# \u2620 oder HTML &#9760 ist es auch digital zu verarbeiten.Es gibt sehr viele verschiedene Piratenfahnen und die schönste ist die von Jack Rackham

Jetzt schaltet mal kurz den Fantasiemodus ein und hört die folgende Geschichte.

Jack Rackham, den Menschen Anfang des 17.Jahrhunderts besser bekannt als „Calico Jack“, war Quartiermeister auf der Neptun, einem Kriegsschiff unter Kapitän Hywell Vane. Bei einem Gefecht mit den Franzosen wollte der Kapitän kneifen und das Schiff den Franzosen übergeben. Deshalb übertrug er Jack Rackham das Kommando über das Schiff.  Calico Jack konnte die Besatzung dazu überreden Pirat zu werden und schipperte fortan durch die Karibik. „Calico Jack“ trug ständig Klamotten aus Calico, einem speziellen Stoff den er in Kalkutta/Indien bekam, daher der seltsame Namen.  An Trinidad und Tobago vorbei, Barbados vor der Nase, Haiti rechts liegen gelassen bis nach Jamaika. Eine schöne Gegend zum arbeiten hat sich Calico Jack da ausgesucht, aber es kommt wie es kommen musste. Er lernt eine Frau kennen.

In Providence auf der Insel Guadeloupe lernte er Anne Bonny kennen, die aber mit James Bonny verheiratet war. Der wollte sie nicht gehen lassen, auch der Gouverneur sprach sich dagegen aus. Sie klauten die beiden sich 1719 ein Schiff und verließen die Insel. Sie beschäftigten sich wieder mit der Piraterie und ein paar Jahre und hunderte überfallene Schiffe später wurde Anne schwanger. Leider war das Baby eine Frühgeburt und verstarb. Calico Jack hatte Anne schon nahegelegt das Kind bei einer befreundeten Familie auf Kuba zu bekommen. Dann nahmen sie in einem Hafen neue Besatzungsmitglieder auf, darunter war eine Frau die sich als Mann verkleidetet. Sie hieß Mary Read und wurde Anne beste Freundin. Anne wurde wieder schwanger und Jack segelte das Schiff Richtung Kuba. Dann war Ihr Glück zu Ende, der Gouverneur Nicholas Lawes überraschte Calico Jack in der Nacht und nahm in gefangen. Das Schiff wurde nach Port Royale /Jamaika gebracht und am Calico Jach am 19/20.11.1720 gehängt. Dann weidete man seine Leiche aus und sperrte Ihn in einen Käfig den man am Deadman`s Cay aufstellte, am Eingang zum Hafen von Port Royale. Die Stelle heißt heute Rackham`s Cay. Das sollte andere Piraten abschrecken. Die Frauen wurden nicht gehängt, weil sie behaupteten sie seinen schwanger.

Und jetzt werfen wir noch einen Blick in den ersten Teil von Fluch der Karibik The Curse of the Black Pearl. Jack kommt in seinem Böötchen in den Hafen geschippert und sich die Black Pearl wiederzuholen. Wessen Leiche sitzt am Hafeneingang in einem Käfig , und davor das Schild : Pirates, Ye Be Warned (Piraten, sie sind gewarnt !) ?

Dreimal dürft Ihr raten . . .

und ich soll schöne Grüße bestellen http://www.disney.de/pirates-of-the-caribbean/

es reicht nur ein paar Namen zu erwähnen und jeder weiß was gemeint ist. Ich sage nur : Fury, Black Beauty, Jolly Jumper, Tobias (merken sie sich den Namen ich komme später darauf zurück) und jeder hat ein Bild im Kopf. Sagt man Dragoner, Husaren, Kosaken oder Kavallerie hört man hundertfaches Pferdegetrappel gemischt mit unverständlich gebrüllten Befehlen, kurz vor der Entscheidung der jeweiligen Schlacht.  Auf dem Weg in den (nach klassischer Zählweise 7) Kreuzzügen saßen die Ritter gemütlich auf einem Pferd und ritten gen Palästina, Jerusalem und Ägypten.

Aber fangen wir von vorne an . . . und gehen erstmal 6.000 Jahre zurück, als der Mensch aufhörte seine Pferde aufzuessen und bemerkte das man mit Ihnen etwas transportieren kann, sogar schneller ist als zu Fuß gelaufen. Die zu kontrollierende Fläche vergrößerte sich, das gab natürlich Streit mit dem Nachbarn um die Grenzen, und das hatte Kriege zur Folge. Die Transportmöglichkeiten mit dem Pferd erhöhten den Handel miteinander, das vergrößert die wirtschaftlichen Unterschiede und hatte wieder Krieg zur Folge. Durch den Lastentransport den das Pferd erst in großem Stile ermöglichte wurde das Rad erfunden. Also Daimler und Benz verbeugt Euch schön.

Die Indianer zogen es vor, nach Begegnungen mit den spanischen Konquistadores, ihnen die Gäule zu klauen und aufzuessen. Später lernten sie den Umgang mit den Tieren, setzten sie zur Jagd zur Flucht oder zur Zucht und im Krieg ein. Bei den Indianer hießen die Pferdchen (im Vergleich zum deutschen Grubenpferd waren sie 20cm kleiner) Mustang. Später nannten die Cowboys sie Broncos. (spanisch für wildes junges Pferd) Und heute ist die 1.US Kavalleriedivision eine Panzerdivision mit 16.700 Mann in Fort Hood (mitten in Texas) die nur noch eine kleine Einheit mit Paradepferdchen unterhält. http://www.hood.army.mil/1stcavdiv/horseDet/Default.asp Dort gibt es sogar eine Luftkavalleriedivision, aber was die so machen ist ein anderes Thema . . . und komm mir nett mit Pegasus !

Einen kleinen Sprung in das 19.Jahrhundert und schon sind wir bei Tobias. Im Steinkohlebergbau in der Mitte des 19.Jahrhunderts stellte der schlaue Mensch fest, das ein Pferd mehr Loren (Transportwagen) bewegen konnte als ein Mensch (8-10mal mehr) und so kamen 1840 die ersten Pferde zum Einsatz. 1900 erreichten sie zahlenmäßig Ihren Höhepunkt bis das am 22.06.1966 Tobias als letztes Grubenpferd seinen Arbeitsplatz in der Recklinghäuser Zeche General Blumenthal verließ. 4 Jahr später starb er dann auf einem Bauernhof. Und fortan nannte jede Mutter Ihren Jungen als Hommage (öffentlicher Eherenerweis) an das alte Grubenpferd TOBIAS. Na ob das alles Tobis dieser Welt wirklich wissen ? Heute steht Tobias  als Modell im Bergbaumuseum in Bochum. http://www.bergbaumuseum.de/web/Grubenpferd+Tobias&structure=Ausstellung

Dann zogen die Pferde in den zweiten Weltkrieg. Kommt mir das nur so vor, oder ist immer ein Pferd in der Nähe wenn es einen Krieg gibt ? Der Mensch kriegte es nicht auf die Reihe genug Kraftfahrzeuge zu bauen, Benzin und Autoreifen gab es auch nicht – da besann man sich auf  Wasser, Hafer und ab und zu eine Möhre. Die 573.000 Pferde wurden zu 75% an der Ostfront eingesetzt, als der Rest der motorisierten Wehrmacht im Schlamm versank. Freundlich lächelnd zogen die Pferde da den Karren aus dem Dreck. http://www.kerstinullrich.de/Fam2-Kriegsgefangenschaft/Vetkomp3.html 63% der eingesetzten Pferde sind verstorben und wurden auch nur 4 Jahre alt. Von den eingesetzten Soldaten (17,7 Millionen) starben 3,8 Millionen. Schlechte Quote für die Pferdchen, aber das bringt uns direkt zum Thema : Pferdefleisch

ist ein mageres, eiweißreiches und cholesterinarmes Fleisch. In Deutschland gibt es ca. 100 Pferdefleischereien, schöne Grüße vom http://www.pferdefleisch.info/ . Man empfiehlt die Verarbeitung zu Rouladen, Gulasch , Sauerbraten und Steaks. Dazu schmeckt ein trockener Rotwein ausgezeichnet. Aber auch für den empfindlichen Hund gibt es das passende Futter aus Pferdeherz, Pferdelunge, Pferdegurgel, Pferdeleber und dazu Bio Kartoffel Karotte und Fenchelknolle, Blattspinat und Birnehttp://www.myhundefutter.de/hundefutter/de/Hundefutter/Sparpakete-820g/Pferd-mit-Kartoffel-Gemuese-6x820g.html?XTCsid=pqp3r71nn33tf0blrkalr57m35 Die deutsche Gesellschaft für Ernährung http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=418 predigt dazu : das Christentum verbot den Verzehr von Pferdefleisch mit der Begründung das es den Menschen krank macht. Aber an die armen Menschen kann man es ruhig verfüttern, und in Notzeiten schmeckt „die Wurst auch ohne Brot“  Im Jahre 2003 hat ein Italiener 882g Pferdefleisch gegessen, der Franzose nur 48g und der Deutsche 58g. Ich kann mich an meine 58g nicht mehr erinnern, das war bestimmt der Hund von meiner großen Schwester !

So ziehe ich denn meinen Hut vor all den Hengsten, Stuten und Wallachen (ist das die Mehrzahl ?) die im Laufe der Menschheitsgeschichte auf unseren Teller gelandet sind. Die als Ackergaul während der Arbeit tot umgefallen sind, als schneeweiße Zirkuspferdchen mit komischen Hüten auf die Manegen der Welt bevölkern. Die Pferde mit Abitur die die spanische Hofreitschule besuchen durften, und heute als „toller Hengst“ die Chefetagen der führenden Unternehmen unsicher machen http://www.srs.at/ Die Kollegen, die mit einem Bullen auf dem Rücken die Drecksarbeit machen müssen, wenn der Mensch selber zu klein dafür ist. Glückwunsch an die Mounties nach Kanada, so sieht ordentliche Pferdearbeit aus ! Aber wer in seinem Blindarm bis zu 90 Litern fassen kann und dessen Darm ca. 26 Meter lang sein kann . .. was soll denn da noch schief gehen ? http://de.wikipedia.org/wiki/Pferde#Kopf_und_Z.C3.A4hne

Das Quagga (Halb Zebra halb Pferd ) ist schon ausgestorben http://de.wikipedia.org/wiki/Quagga

also

lassen wir es nicht so weit kommen . . . kauft mehr Pferde  . . . oder esst sie auf !  Mahlzeit